Erfolgreicher E-Commerce –
6 Vorzüge eines Onlineshops

Der E-Commerce hat sich in den vergangenen Jahren von einer zusätzlichen Option zu einem vollwertigen Vertriebskanal entwickelt. Kundinnen und Kunden informieren sich online, vergleichen Angebote und erwarten, Produkte jederzeit und von jedem Ort aus kaufen zu können.

Für Händler stellt sich daher weniger die Frage, ob sie online verkaufen sollten, sondern wie sie dies strategisch klug tun – und mit welcher technischen Grundlage.

Viele Unternehmen starten heute zunächst auf Marktplätzen, um Reichweite aufzubauen und erste Erfahrungen zu sammeln. Doch spätestens, wenn es um Margen, Markenaufbau und langfristige Kundenbeziehungen geht, rückt der eigene Onlineshop in den Fokus. Er wird zur Schaltzentrale im digitalen Handel: Alle Fäden laufen hier zusammen – vom Produktangebot über Inhalte, Marketing und Service bis hin zur Prozessabwicklung im Hintergrund.

Grafik zeigt die sechs Hauptvorteile eines eigenen Onlineshops: geringe Einstiegshürden, Kostenvorteile, Flexibilität, Individualisierbarkeit, Kundenbindung und Unabhängigkeit.
Sechs starke Argumente: Warum ein eigener Onlineshop zum Kern der E-Commerce-Strategie werden kann.

Damit ein eigener Onlineshop seine Stärken wirklich ausspielt, braucht er ein passendes technisches Fundament. Die Startseite unseres Ratgebers bietet einen umfassenden Überblick darüber, was Shopsysteme leisten, welche Systemtypen es gibt und wie du strukturiert in die Auswahl einsteigst:

Die Entscheidung für einen eigenen Shop ist damit weit mehr als eine technische Frage. Sie berührt zentrale unternehmerische Ziele:

Soll die Marke gestärkt, sollen Margen optimiert, Kunden besser verstanden und langfristig gebunden werden? Welche Freiheit wünschen sich Händler bei Sortiment, Preisen, Service und Außenauftritt?

Auf dieser Seite beleuchten wir sechs zentrale Vorteile eines eigenen Onlineshops:

  • Geringe Einstiegshürden, weil viele Tools und Plattformen den Start vereinfachen.

  • Kostenvorteile, da Fixkosten gesenkt und Investitionen gezielt eingesetzt werden können.

  • Flexibilität, um Geschäftsmodell, Sortimente und Arbeitsweisen selbst zu gestalten.

  • Individualisierbarkeit, um die eigene Marke zu inszenieren.

  • Kundenbindung, weil der direkte Zugang zur Zielgruppe möglich wird.

  • Unabhängigkeit, indem Händler weniger von externen Plattformen abhängig sind.

Die folgenden Kapitel zeigen, wie diese Vorteile in der Praxis aussehen – und warum ein eigener Onlineshop für viele Unternehmen ein wichtiger Baustein ihrer E-Commerce-Strategie ist.

Geringe Einstiegshürden – der eigene Onlineshop im E-Commerce

Der Einstieg in den Onlinehandel war noch nie so zugänglich wie heute. Moderne Shopsysteme und Plattformen nehmen Händlerinnen und Händlern einen Großteil der technischen Komplexität ab. Was früher mit erheblichem IT-Aufwand verbunden war, lässt sich heute oft mit wenigen Schritten umsetzen.

Ein eigener Onlineshop ist damit nicht mehr nur großen E-Commerce-Playern vorbehalten, sondern auch für kleine und mittlere Unternehmen realistisch – sei es als Ergänzung zu einem stationären Geschäft oder als vollständig digitales Geschäftsmodell.

Technische Einstiegshürden im Vergleich zum stationären Handel

Händler müssen heute keine Tech-Gurus mehr sein, um ihren Traum vom eigenen digitalen Schaufenster zu verwirklichen. Moderne Shopsysteme nehmen viele technische Hürden, die früher nur mit hohem Aufwand zu bewältigen waren.

Im Vergleich zum stationären Handel fallen zahlreiche Einstiegshürden weg:

  • Es werden keine Ladenflächen benötigt.

  • Aufwendige Ladenausstattung entfällt.

  • Feste Öffnungszeiten mit entsprechendem Personalbedarf sind nicht erforderlich.

Stattdessen genügt eine Kombination aus Shopsystem, Internetanschluss und grundlegenden kaufmännischen Kenntnissen, um den Einstieg zu schaffen. Die technische Basis stellen heute:

  • Cloud- und Baukastenlösungen, mit denen Shops ohne Programmierkenntnisse erstellt werden können

  • Fertige Templates, die Layout und Grundstruktur vorgeben

  • Assistenten und Setup-Wizards, die Schritt für Schritt durch die Einrichtung führen

Viele Plattformen übernehmen zudem Themen wie Hosting, Sicherheitsupdates und Grundkonfiguration. Händler können sich somit verstärkt auf Inhalte, Produkte und Prozesse konzentrieren, statt zunächst eine komplexe IT-Infrastruktur aufzubauen.

Vergleichsgrafik zeigt geringere Einstiegshürden eines Onlineshops im Vergleich zum stationären Handel.
Weniger Hürden, mehr Möglichkeiten: Der Start im E-Commerce ist deutlich zugänglicher als im stationären Handel.
Wachstumspfad zeigt, wie ein Onlineshop vom kleinen Kernsortiment zur ausgebauten Plattform mit zusätzlichen Funktionen und Content heranwächst.
Ein Onlineshop muss nicht perfekt starten – er kann mit Sortiment, Funktionen und Content mitwachsen.

Schrittweise starten und wachsen

Ein weiterer Vorteil: Ein Onlineshop muss nicht von Beginn an „perfekt“ sein. Händler können mit überschaubarem Sortiment starten, erste Erfahrungen sammeln und den Shop schrittweise weiterentwickeln.

Typische Schritte sind:

  • Start mit Kernsortiment und wenigen Kategorien

  • Ergänzung weiterer Produkte und Varianten nach ersten Verkaufserfolgen

  • Einführung zusätzlicher Funktionen, etwa Filter, Wunschlisten oder Produktbewertungen

  • Aufbau von begleitenden Inhalten (Ratgeber, FAQ, Blog)

Ergänzend dazu unterstützen:

  • Dokumentationen, Tutorials und Foren der Anbieter

  • Communitys und Austauschgruppen

  • Agenturen und Freelancer, die bei Bedarf hinzugezogen werden können

So entsteht ein E-Commerce-Setup, das nicht mehr ausschließlich großen Unternehmen vorbehalten ist, sondern auch kleinen und mittleren Betrieben den Einstieg ermöglicht. Es war selten so einfach wie heute, das eigene Angebot einer breiten Käuferschaft zugänglich zu machen.

Kostenvorteile eines Onlineshops – sparen, wachsen, profitieren

Ein eigener Onlineshop bietet nicht nur strategische, sondern auch handfeste wirtschaftliche Vorteile. Sowohl im Vergleich zum stationären Handel als auch gegenüber reinem Marktplatzverkauf lassen sich Kosten optimieren und Budgets gezielter einsetzen.

Geringere Fixkosten und flexible Kostenmodelle

Ein zentraler Vorteil eines Onlineshops sind die im Vergleich zum stationären Handel häufig geringeren Fixkosten. Positionen wie Ladenmiete, Ladenbau, Nebenkosten und permanente Präsenzzeiten fallen weg oder reduzieren sich deutlich.

Stattdessen entstehen vor allem:

  • Kosten für Shopsystem und Hosting (bei SaaS: monatliche Gebühren, bei On-Premise/Managed Hosting: Serverkosten)

  • Kosten für Domain und Zertifikate

  • Ausgaben für Design und initiales Setup

  • laufende Wartungs- und Optimierungskosten

Im Vergleich zu Ladenmieten in guten Innenstadtlagen oder Einkaufszentren sind diese Aufwände oftmals deutlich kalkulierbarer und skalierbarer. Hinzu kommt: Händler können sich für ein Kostenmodell entscheiden, das zu ihrer Situation passt – von günstigen Einstiegspaketen bis hin zu leistungsstarken Systemen für wachstumsstarke Shops.

Wer bislang ausschließlich über Marktplätze verkauft, profitiert zusätzlich davon, dass:

  • Marktplatzgebühren und Verkaufsprovisionen reduziert werden können

  • Gebührenmodelle besser steuerbar werden

  • die Preishoheit nicht von Marktplatzaktionen abhängt

Balkendiagramm vergleicht Fixkosten und variable Gebühren von stationärem Handel, Marktplatzverkauf und eigenem Onlineshop.
Eigener Onlineshop: weniger starre Fixkosten als stationär und mehr Kontrolle über Gebühren als auf Marktplätzen.
Prozessgrafik zeigt den Datenaustausch zwischen Onlineshop und Lagerverwaltung für Bestände, Belege und Sortimentsoptimierung.
Durch die Verknüpfung von Onlineshop und Lager lassen sich Bestände optimieren und Prozesse automatisieren.

Effiziente Prozesse & schlanke Lagerhaltung

Ein Onlineshop schafft die Voraussetzung für effizientere Prozesse in der Lagerhaltung und Logistik. In Verbindung mit einer angebundenen Warenwirtschaft lassen sich:

  • Bestände zentral verwalten

  • Bestellungen automatisiert verarbeiten

  • Lieferscheine und Rechnungen automatisch generieren

  • Lagerbewegungen transparent nachvollziehen

Konzepte wie Dropshipping oder Streckengeschäft können dazu beitragen, Lagerhaltungskosten zu senken, indem Ware erst nach Bestellung beim Kunden durch den Lieferanten verschickt wird. Für bestimmte Sortimentsbereiche oder Geschäftsideen kann dies ein großer Vorteil sein, um Kapitalbindung im Lager zu vermeiden.

Natürlich ist Dropshipping nicht für jedes Geschäftsmodell geeignet. Aber auch ohne dieses Modell lassen sich Lagerbestände durch gezieltes Monitoring und Analyse optimieren. Der Onlineshop liefert dazu wertvolle Informationen:

  • Welche Produkte verkaufen sich besonders gut?

  • Wo entstehen Überbestände und sollten Sortimente bereinigt werden?

  • Welche Varianten (z. B. Größen, Farben) sind besonders gefragt?

Diese Transparenz ist im stationären Handel oft schwerer zu erlangen, insbesondere wenn mehrere Filialen oder Verkaufspunkte existieren.

Richtig stark werden Effizienz und Kostenvorteile, wenn Shopsystem und Warenwirtschaft ineinandergreifen: zentrale Bestandsführung, automatisierte Auftragsabwicklung und saubere Multichannel-Prozesse. Wie diese Kombination in der Praxis aussieht, zeigen wir im Detail auf unserer Ratgeberseite:

Daten nutzen, um Marketingbudgets gezielt einzusetzen

Ein weiterer Kostenvorteil ergibt sich aus der besseren Steuerbarkeit von Marketingmaßnahmen. Im Onlinehandel können Händler sehr präzise messen, welche Kampagnen, Kanäle und Inhalte zu Verkäufen führen.

Shopsysteme und Analyse-Tools bieten u. a. Einblicke in:

  • Besucherzahlen

  • Seitennutzung und Klickpfade

  • Conversion Rates

  • Warenkorbabbrüche

  • Umsatz pro Kanal oder Kampagne

Händler können Budgets in Echtzeit anpassen, Kampagnen vergleichen und gezielt in Maßnahmen investieren, die sich nachweislich lohnen. Gleichzeitig lassen sich Streuverluste reduzieren, weil Zielgruppen sehr genau definiert und angesprochen werden können.

Im Vergleich zu klassischen Offline-Kampagnen wie Plakatwerbung oder Printanzeigen ist dies ein entscheidender Vorteil: Während dort der Erfolg nur grob abgeschätzt werden kann, liefert der Onlineshop konkrete Zahlen für Entscheidungen – und damit eine bessere Grundlage für wirtschaftlich sinnvolles Wachstum.

Flexibilität – eigener Shop, eigene Regeln

Ein eigener Onlineshop bedeutet ein hohes Maß an Flexibilität – sowohl bei Arbeitsweise und Organisation als auch in Bezug auf Sortiment, Geschäftsmodelle und Wachstum. Händler sind weniger starr an Ladenöffnungszeiten, Filialstandorte oder Marktplatzvorgaben gebunden.

Zeitliche und räumliche Flexibilität im Onlinehandel

Ein herausragender Vorteil des digitalen Handels in einem eigenen Webshop liegt in der Flexibilität – sowohl für Händler als auch für Kunden.

Zeitlich

Ein Onlineshop kennt keine Öffnungszeiten. Kunden können rund um die Uhr einkaufen, unabhängig von Wochentag oder Tageszeit. Händler müssen nicht persönlich präsent sein, um Umsatz zu generieren.

Räumlich

Das Onlinegeschäft lässt sich von nahezu jedem Ort der Welt aus steuern. Egal ob Büro, Lager, Homeoffice oder unterwegs – mit Internetzugang und den richtigen Tools können Bestellungen überwacht, Kundenanfragen beantwortet und Sortimente angepasst werden.

Für viele Händler eröffnet das neue Spielräume bei der Gestaltung des Arbeitsalltags. Beruf und Privatleben lassen sich häufig flexibler miteinander vereinbaren, als es in einem rein stationären Geschäftsmodell möglich wäre.

Sortiment und Geschäftsmodell im Onlineshop frei gestalten

Im eigenen Shop bestimmen Händler selbst, welche Produkte sie anbieten, wie sie ihr Sortiment strukturieren und welche Geschäftsmodelle sie verfolgen. Mögliche Varianten sind zum Beispiel:

  • Verkauf von Eigenmarken oder Handelsware

  • Kombination aus Neu- und Gebrauchtware

  • Abonnementmodelle (z. B. regelmäßige Produktlieferungen)

  • Konfiguratoren für individuelle Produkte

  • Spezialisierung auf Nischenprodukte mit hoher Beratungstiefe

Neue Produkte lassen sich unkompliziert hinzufügen, Testsortimente können eingeführt und bei Bedarf wieder entfernt werden. Anpassungen an Trends, Saisonalität oder aktuelle Ereignisse können kurzfristig umgesetzt werden – ohne langwierige Abstimmungen mit externen Plattformbetreibern oder Vermietern.

Skalierbarkeit bei Wachstum und Saisongeschäft

Ein Onlineshop bietet zudem hohe Skalierbarkeit. Je nach gewähltem Shopsystem und IT-Setup lässt sich das System schrittweise an steigende Anforderungen anpassen:

  • mehr Traffic

  • mehr Bestellungen

  • mehr Produkte

  • zusätzliche Länder oder Sprachen

Auch Saisongeschäfte – etwa im Modehandel, im Geschenkebereich oder bei saisonalen Aktionen – können besser gesteuert werden. Kampagnen lassen sich gezielt planen, Landingpages vorbereiten, Sortimentsschwerpunkte zeitlich begrenzt verschieben.

Während stationäre Geschäfte oft an feste Ladenflächen und Personalgrenzen gebunden sind, kann ein Onlineshop flexibler auf Spitzenzeiten reagieren – zum Beispiel durch zusätzliche Versandkapazitäten oder temporäre Unterstützung im Kundenservice.

Grafik zeigt zeitliche und räumliche Flexibilität sowie Skalierbarkeit als Vorteile eines eigenen Onlineshops.
Ein eigener Onlineshop schafft Freiräume bei Arbeitszeit, Arbeitsort und Wachstum.

Individualisierbarkeit – die eigene Marke im Shop inszenieren

Ein Onlineshop ist nicht nur eine technische Verkaufsplattform, sondern auch eine Bühne für den Markenauftritt. Händler können die Art und Weise, wie sie sich präsentieren, deutlich stärker beeinflussen als auf Marktplätzen oder in standardisierten Ladenkonzepten.

Markenauftritt und Design gezielt steuern

In vielen Innenstädten ähneln sich die Filialkonzepte großer Ketten stark. Auch auf Marktplätzen verschmelzen Produkte verschiedener Anbieter zu einem scheinbar homogenen Angebot. Anders im eigenen Onlineshop: Hier kann der gesamte Markenauftritt bewusst gestaltet werden.

Dazu gehören:

  • Logo, Farbwelt und Typografie

  • Bildsprache und Tonfall der Texte

  • Layout von Start- und Kategorieseiten

  • Art und Umfang von Service-Informationen

  • Präsentation von Unternehmensgeschichte und Werten

Das gewählte Shopsystem und das Designkonzept bilden die Bühne, auf der sich die Marke entfalten kann. Statt nur „mitzuschwimmen“, können Händler eine klare Identität aufbauen und gegenüber Wettbewerbern Profil zeigen.

Vergleich zwischen standardisierter Produktdarstellung auf Marktplätzen und individuell gestalteter Markeninszenierung im eigenen Onlineshop.
Auf Marktplätzen stehen Produkte im Vordergrund – im eigenen Shop kann die Marke ihre ganze Geschichte erzählen.

Markenaufbau im Onlineshop lebt von klaren Strukturen, einem stimmigen Design und einer durchdachten User Experience. Wie du Navigation, Layout, Produktpräsentation und Checkout so gestaltest, dass sie deine Marke stärken und die Conversion-Rate erhöhen, erfährst du auf unserer Ratgeberseite:

Storytelling, Content & Produktinszenierung

Ein eigener Onlineshop ist mehr als eine Produktliste. Er bietet Raum für Storytelling und Inhalte, die das reine Angebot an Artikeln ergänzen:

  • Ratgeberseiten und How-to-Artikel

  • Anwendungsbeispiele und Inspirationen

  • Videos, Tutorials und Schritt-für-Schritt-Erklärungen

  • Hintergrundgeschichten zu Produkten, Herstellern oder Materialien

Solche Inhalte stärken die Kompetenzwahrnehmung, liefern Mehrwert und unterstützen Kunden dabei, für sie passende Entscheidungen zu treffen – insbesondere bei erklärungsbedürftigen Produkten.

Im Gegensatz zu Marktplätzen, auf denen der Inhalt stark strukturiert und reglementiert ist, haben Händler im eigenen Shop weitaus mehr Freiheiten, Produkte zu inszenieren. Idealerweise wird sich das positiv auswirken auf:

  • Conversion

  • durchschnittlichen Warenkorbwert

  • Wiederkaufsrate

  • Markenbindung

Kundenbindung via Onlineshop – der persönliche Draht zur Zielgruppe

Ein eigener Onlineshop ist die direkte Verbindung zur Zielgruppe. Anders als beim reinen Marktplatzverkauf haben Händler hier mehr Kontrolle über den Kontakt zu ihren Kunden – und können langfristige Beziehungen aufbauen.

Direkter Kundenzugang und Datenhoheit

Wer ausschließlich über Marktplätze verkauft, kennt das Problem: Der Zugang zu Kundendaten ist meist stark eingeschränkt. Kommunikation läuft über Plattformmechanismen, Newsletter sind häufig nicht erlaubt, und Detaildaten zum Nutzerverhalten bleiben beim Plattformbetreiber.

Im eigenen Onlineshop sieht das anders aus. Hier verfügen Händler – im Rahmen der geltenden Datenschutzbestimmungen – über deutlich mehr Informationen:

  • Welche Produkte wurden angesehen, verglichen, gekauft?

  • Über welche Kanäle sind Kunden auf den Shop gekommen?

  • Welche Segmente (z. B. Vielkäufer, Gelegenheitskunden) lassen sich identifizieren?

Diese Daten bilden die Grundlage für gezielte Kundenbindung – immer unter der Voraussetzung, dass Einwilligungen (z. B. für Newsletter) korrekt eingeholt und gesetzliche Vorgaben eingehalten werden.

Personalisierung, Loyalty & Community

Ein eigener Shop ermöglicht unterschiedlichste Maßnahmen zur Kundenbindung:

  • Newsletter mit relevanten Empfehlungen basierend auf bisherigen Käufen

  • Personalisierte Angebote, z. B. Gutscheine für bestimmte Kundensegmente

  • Loyalty-Programme mit Punkten, Statusstufen oder exklusiven Vorteilen

  • Aktionen für Bestandskunden, etwa Early-Access zu neuen Kollektionen

Auch kleine Gesten können viel bewirken: eine persönliche Dankeskarte im Paket, eine kleine Überraschung für Stammkunden oder eine besonders sorgfältige Verpackung. All dies lässt sich im eigenen Shop besser steuern als auf standardisierten Plattformen.

Langfristig kann eine Community rund um die Marke entstehen – etwa über:

  • Social-Media-Aktivitäten

  • Blogbeiträge mit Kommentarfunktion

  • User Generated Content (z. B. Kundenfotos, Erfahrungsberichte)

Der eigene Shop bildet dabei die zentrale Anlaufstelle, auf die alle Aktivitäten hinführen.

Damit Neukunden überhaupt im Shop ankommen und später zu Stammkunden werden, brauchst du eine gute Sichtbarkeit in Suchmaschinen – klassisch über SEO und zunehmend auch in AI Overviews. Welche SEO-Features ein Shopsystem mitbringen sollte und wie GAIO ins Spiel kommt, erfährst du auf unserer Ratgeberseite

Kundenfeedback als Motor für Verbesserung

Kundenfeedback ist nicht nur ein Indikator für Zufriedenheit, sondern auch eine wertvolle Quelle für Verbesserungen. Im eigenen Shop können Händler:

  • Produktbewertungen und Rezensionen einbinden

  • Umfragen oder Feedbackformulare nutzen

  • Supportanfragen systematisch auswerten

Kritische Rückmeldungen helfen, Schwachstellen im Sortiment, in der Darstellung oder im Service zu erkennen und gezielt zu beheben. Positive Bewertungen können als vertrauensbildende Elemente eingesetzt werden – sowohl im Shop selbst als auch in Marketingmaßnahmen.

Der direkte Dialog mit der Zielgruppe stärkt das Vertrauen und signalisiert: Die Bedürfnisse der Kunden werden ernst genommen.

Unabhängigkeit mit eigenem Onlineshop – geschäftliche Freiheit nutzen

Neben allen funktionalen und wirtschaftlichen Aspekten spielt ein weiterer Vorteil eine große Rolle: unternehmerische Unabhängigkeit. Ein eigener Onlineshop ermöglicht es Händlern, ihr Geschäftsmodell weitgehend selbst zu steuern, statt sich in hohem Maße von Plattformbetreibern abhängig zu machen.

Weniger Abhängigkeit von Plattformregeln und Algorithmen

Nicht zuletzt stellt die unternehmerische Unabhängigkeit für viele Händler einen der größten Vorteile eines eigenen Onlineshops dar. Wer ausschließlich auf Marktplätzen verkauft, ist in hohem Maß abhängig von:

  • Plattformrichtlinien

  • Änderungen in Gebühren- und Provisionsmodellen

  • Algorithmus-Anpassungen

  • Sperrungen oder Einschränkungen bei Verstößen – ob berechtigt oder nicht

Im eigenen Shop gelten die Regeln des Händlers – natürlich im Rahmen gesetzlicher Vorgaben. Änderungen in AGB, Gebührenstrukturen oder Darstellungsvorgaben externer Plattformen wirken sich nicht unmittelbar auf den Kern des Geschäfts aus. Der eigene Onlineshop wird zur robusten Basis, die auch dann bestehen bleibt, wenn sich Rahmenbedingungen auf Marktplätzen verändern.

Strategische Kontrolle über Preise, Margen & Sortiment

Mit einem eigenen Shop haben Händler deutlich mehr Spielraum bei der Preisgestaltung. Während auf Marktplätzen häufig intensiver Preiswettbewerb herrscht und die Buy Box über niedrige Preise gewinnt, lässt sich im eigenen Shop eine differenzierte Strategie verfolgen:

  • Positionierung über Qualität, Service oder Zusatzleistungen

  • Bündelangebote oder Sets

  • exklusive Produkte oder Limited Editions

  • unterschiedliche Preisstrategien für verschiedene Kundengruppen (z. B. B2B- vs. B2C-Kunden)

Die Marge lässt sich gezielter steuern, weil keine oder deutlich geringere Plattformprovisionen anfallen. Die eingesparten Gebühren können in Service, Marketing oder Produktqualität investiert werden – und so wiederum die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.

Die Unabhängigkeit und die höhere Kontrolle über das eigene Geschäftsmodell tragen maßgeblich dazu bei, die Motivation zu steigern und das digitale Geschäft langfristig aufzubauen.

Vergleichsgrafik stellt eingeschränkte Kundenbeziehung und Abhängigkeit auf Marktplätzen den Vorteilen eines eigenen Onlineshops gegenüber.
Mit einem eigenen Onlineshop gehören Kundenzugang, Daten und Spielregeln nicht der Plattform – sondern dem Händler.

Mit dem Onlineshop starten – der Einstieg in den E-Commerce

Die Eröffnung eines eigenen Onlineshops bietet vielfältige Perspektiven – von Kostenvorteilen über Flexibilität bis hin zu Markenaufbau, Kundenbindung und unternehmerischer Unabhängigkeit. Damit aus diesen Potenzialen tatsächlich ein erfolgreiches E-Commerce-Geschäft wird, braucht es allerdings eine solide Grundlage.

In unserem Ratgeber Shopsystem haben wir zahlreiche Tipps und Hilfestellungen zusammengetragen. Händler finden dort u. a.:

  • eine Orientierungshilfe, was ein Shopsystem leistet und welche Arten von Systemen es gibt

  • Hinweise zur Erstellung eines Pflichtenhefts und zur Definition eigener Anforderungen

  • Informationen zur Anbindung eines Warenwirtschaftssystems und anderer Prozesse

  • Empfehlungen zu User Experience, UX-Design und Shop-Gestaltung

  • Grundlagen und Praxistipps zu GAIO & SEO für Onlineshops

Wer die Vorteile eines eigenen Onlineshops gezielt nutzen möchte, sollte den nächsten Schritt gehen und sich mit der Auswahl eines passenden Systems beschäftigen. Dann wird aus der Idee eines eigenen Onlineshops ein tragfähiges, zukunftsorientiertes Geschäftsmodell im E-Commerce.