Ratgeber Shopsystem
Getrieben von technologischen Entwicklungen und verändertem Kaufverhalten hat der Onlinehandel den klassischen Einzelhandel nachhaltig ergänzt.
Kunden informieren sich online, vergleichen Preise und Verfügbarkeiten und erwarten, Produkte jederzeit und von überall bestellen zu können. Für viele Handelsunternehmen sind der Onlineshop und der Betrieb eines Shopsystems längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Ein professionell aufgesetzter Onlineshop hilft,
Rund um verschiedene Verkaufskanäle und Plattformstrategien hat sich eine vielfältige E-Commerce-Landschaft gebildet. Ihre technische Basis sind unterschiedliche Softwaresysteme. Shopsysteme bilden dabei den Kern: Sie setzen den technischen, gestalterischen und funktionalen Rahmen für eine immer gleiche Reise, an deren Ende Warenkorb und Checkout stehen.
Gleichzeitig unterscheiden sich die Ausgangssituationen von Unternehmen deutlich:
Während die Rolle als Käufer für viele Menschen Routine ist und sie in vertrauten Shops mühelos navigieren, ist der Aufbau und Betrieb eines Onlineshops aus Unternehmenssicht mit zahlreichen Entscheidungen, Abwägungen und Risiken verbunden. Wichtige Fragen lauten:
Eine Vielzahl von Anbietern verspricht einfache Einrichtung, große Flexibilität, hohe Performance oder maximale Benutzerfreundlichkeit. Wer hier eine fundierte Entscheidung treffen will, benötigt Klarheit über die eigenen Ziele und Anforderungen – und muss wissen, wonach genau gesucht werden sollte.
Dieser Ratgeber richtet sich an:
Er bietet einen Überblick über zentrale Fragen auf dem Weg zum eigenen Onlineshop:
Die verknüpften Subseiten vertiefen einzelne Themenbereiche und bieten Checklisten, um die Auswahl und Bewertung von Shopsystemen zu erleichtern.
Was ist ein Shopsystem?
Ein Shopsystem ist eine Software, mit der ein eigener, unabhängiger Onlineshop betrieben wird. Es stellt im Hintergrund die technischen Funktionen und Abläufe bereit, während Unternehmen die „digitale Ladenfront“ mit Sortiment, Inhalten und Markenauftritt füllen.
Ein Shopsystem übernimmt dabei sowohl Aufgaben im sichtbaren Bereich (Frontend) als auch im Hintergrund (Backend). Im Frontend erleben Kundinnen und Kunden den Shop – im Backend arbeiten Administratoren, Einkaufs-, Vertriebs- oder Marketingteams mit dem System.
Aufgaben eines Shopsystems im E-Commerce
Zu den Kernaufgaben eines Shopsystems gehören unter anderem:
Produktpräsentation und -strukturierung
Anlegen und Verwalten von Artikeln, Varianten (z. B. Größen, Farben), Preisen, Staffelpreisen und Verfügbarkeiten. Produkte werden Kategorien, Marken oder Themenwelten zugeordnet.
Navigation, Suche und Filter
Unterstützung der Kunden bei der Orientierung im Sortiment. Eine gute Suche kann Tippfehler ausgleichen und Synonyme erkennen. Filter und Facetten (z. B. Größe, Farbe, Material) helfen, große Sortimente einzugrenzen.
Warenkorb- und Checkout-Prozess
Auswahl von Produkten, Anzeige von Versandkosten und Lieferzeiten, Eingabe von Adresse und Zahlungsdaten, Zusammenfassung der Bestellung, Bestellbestätigung.
Bestell- und Kundenverwaltung
Speicherung von Bestellungen, Zuordnung zu Kundenkonten, Verwaltung von Rechnungs- und Lieferadressen, Einsicht in Bestellhistorien, Statusverfolgung.
Anbindung von Zahl- und Versanddienstleistern
Integration von Payment Providern (z. B. Kreditkarte, PayPal, Sofortüberweisung) und Versanddienstleistern, automatisierte Übergabe von Sendungsdaten, Erzeugung von Versandlabels.
Content- und Marketingfunktionen
Bereitstellung von CMS-Funktionen für Landingpages, Ratgebertexte, Blogbeiträge, Aktionsseiten sowie Bannern, Teasern, Cross-Selling-Elementen oder Gutscheinaktionen.
Benutzer- und Rollenverwaltung
Steuerung, welche Personen mit welchen Rechten im Backend arbeiten dürfen (z. B. nur Produktpflege, nur Auswertungen, volle Administration).
In vielen Fällen ist das Shopsystem über Schnittstellen Teil einer größeren Systemlandschaft, zum Beispiel mit:
Warenwirtschaft (WaWi)
zentraler Ort für Lagerbestände, Belege, Einkauf und teilweise auch Buchhaltung.
PIM-Systemen (Produktinformationsmanagement)
für die zentrale Pflege und Verteilung von Produktinformationen in mehrere Kanäle.
CRM-Systemen (Customer Relationship Management)
für Kundendaten, Serviceprozesse und Marketingmaßnahmen.
Kassensystemen (POS) und Filiallösungen
zur Verbindung von stationären Läden und Onlineshop.
Marktplätzen (z. B. Amazon, eBay, Otto)
zur Reichweitenerhöhung und Mehrkanal-Vertrieb.
Buchhaltungs- und Reporting-Lösungen
für Finanzbuchhaltung, Controlling und Kennzahlenanalysen.
Diese Gesamtarchitektur entscheidet maßgeblich darüber, wie effizient und skalierbar der Onlinehandel betrieben werden kann – und wie gut Prozesse ineinandergreifen.
Arten von Shopsystemen: SaaS, On-Premise, Open Source
Grundsätzlich lassen sich Shopsysteme in drei technische Betriebsmodelle einteilen:
Die Modelle unterscheiden sich unter anderem in folgenden Punkten:
In der Praxis finden sich auch Mischformen. Manche Anbieter bieten z. B. Open-Source-Systeme als gemanagte Cloud-Lösung an, bei denen Hosting und Wartung übernommen werden, die Flexibilität aber höher bleibt als bei reinen SaaS-Modellen.
Zusätzlich kann zwischen kostenlosen bzw. sehr günstigen und kostenpflichtigen Lösungen unterschieden werden. Diese Unterscheidung ist jedoch nicht identisch mit SaaS/On-Premise/Open Source, sondern betrifft eher Lizenz- und Preismodelle.
Günstige & kostenlose Lösungen für Einsteiger
Für Einsteiger stehen häufig cloud-basierte Shops oder Plug-in-Lösungen zur Verfügung, die mit geringen bis keinen Einstiegskosten auskommen und sich ohne tiefes technisches Know-how einrichten lassen.
Typische Merkmale:
Solche Lösungen ermöglichen einen schnellen Einstieg und eignen sich vor allem für:
Vorteile:
Nachteile:
Zu beachten ist, dass viele Anbieter Zusatzerweiterungen, Apps oder Transaktionen separat berechnen. Was anfangs günstig wirkt, kann bei höherem Volumen oder zusätzliche Features deutlich teurer werden.
Kostenpflichtige Lösungen für wachsende Shops
Kostenpflichtige Shopsysteme bieten in der Regel:
Je nach Anbieter und Modell kann es sich handeln um:
Typische Mehrwerte:
Gerade bei komplexeren Projekten greifen Unternehmen auf spezialisierte Agenturen, Freelancer oder interne E-Commerce-Teams zurück, um:
Die Anfangsinvestitionen fallen höher aus, dafür ist die Lösung langfristig besser an individuelle Anforderungen und Wachstum anpassbar. Entscheidend ist, die Gesamtkosten über mehrere Jahre im Blick zu behalten – also nicht nur die Lizenzkosten, sondern auch Aufwände für Setup, Betrieb, Weiterentwicklung und Support.
Unabhängig von der gewählten Größenordnung bietet ein eigener Onlineshop zahlreiche Vorteile – sowohl als Ergänzung zum stationären Geschäft als auch als Basis für ein reines Online-Business.
Pflichtenheft Shopsystem – in 5 Schritten zu klaren Anforderungen
Vor der Auswahl eines Shopsystems ist es sinnvoll, Anforderungen strukturiert in einem Pflichten- oder Anforderungskatalog zu erfassen. Das Pflichtenheft dient als Grundlage für:
Eine mögliche Struktur umfasst folgende fünf Schritte:
1. Marktbeobachtung und Positionierung
Unternehmen sollten den eigenen Markt und die Wettbewerber analysieren:
Die Analyse hilft, die eigene Positionierung zu schärfen – etwa über:
2. Zielgruppen & Kundenerwartungen
Je klarer die Zielgruppen definiert sind, desto zielgerichteter lässt sich das Shopsystem auswählen und konfigurieren. Wichtige Fragen:
Daraus ergeben sich Anforderungen an:
3. Kundenkontakt & Servicekanäle
Die Art und Weise, wie Kunden Kontakt aufnehmen können, beeinflusst sowohl die Zufriedenheit als auch die Anforderungen an das System:
Im Pflichtenheft sollte festgehalten werden, welche Kontaktwege zu Beginn verfügbar sein sollen und welche mittelfristig geplant sind. Das erleichtert die Entscheidung, welche Schnittstellen und Integrationen relevant sind.
4. Bestell-, Liefer- und Zahlungsbedingungen
Ein transparenter, vertrauenswürdiger Bestellprozess ist zentrale Voraussetzung für die Conversion. Im Pflichtenheft sollten daher u. a. festgehalten werden:
Bei Zahlarten stellen sich u. a. folgende Fragen:
Viele Kunden brechen Bestellungen ab, wenn ihre bevorzugte Zahlart nicht zur Verfügung steht. Gleichzeitig müssen Händler das Risiko und die Kosten im Blick behalten.
5. Rechtliches, Datenschutz & Internationalisierung
Pflichtangaben und Rechtsgrundlagen umfassen unter anderem:
Bereits im Pflichtenheft lohnt sich zudem der Blick nach vorne:
Je genauer die Anforderungen formuliert werden, desto leichter lassen sich verschiedene Shopsysteme und Angebote vergleichen. Gleichzeitig reduziert ein gutes Pflichtenheft Missverständnisse im Projektverlauf, weil es klare Erwartungen formuliert.
Technisches Setup: Wie wird ein Shopsystem betrieben?
Ein Onlineshop ist kein isoliertes Element, sondern Teil einer technischen Gesamtarchitektur. Das gewählte Setup entscheidet über:
Die drei grundlegenden Betriebsmodelle sind SaaS, On-Premise und Open Source. Darüber hinaus spielt die Frage eine Rolle, wie stark das Shopsystem in andere Systeme eingebettet ist.
Cloud-basierte Shopsysteme (SaaS-Lösungen)
Bei Cloud-basierten Shopsystemen (Software as a Service) stellt der Anbieter:
zentral bereit. Der Zugriff erfolgt über den Browser. Unternehmen schließen in der Regel ein Abonnement ab.
Vorteile:
Ein weiterer Vorteil: Viele SaaS-Systeme bringen bereits eine sinnvolle Vorauswahl an Funktionen mit, sodass Unternehmen nicht „bei null“ starten müssen, sondern auf durchdachte Standardprozesse zurückgreifen können.
Nachteile:
SaaS-Systeme eignen sich insbesondere für Unternehmen, die:
On-Premise-Shopsysteme
On-Premise-Shopsysteme werden auf eigenen Servern oder in einer eigenen (oder dedizierten) Hosting-Umgebung betrieben. Das Unternehmen bzw. ein beauftragter Dienstleister übernimmt Einrichtung, Betrieb und Wartung.
Vorteile:
Nachteile:
On-Premise bietet sich an für Unternehmen, die:
Open-Source-Shopsysteme
Open-Source-Shopsysteme stellen den Quellcode offen zur Verfügung. Sie können frei genutzt, angepasst und erweitert werden, sofern die Lizenzbedingungen eingehalten werden.
Vorteile:
Nachteile:
Open Source eignet sich insbesondere für Unternehmen, die:
Hinter den Kulissen: Shopsystem mit Warenwirtschaft kombinieren
Für effiziente Abläufe im Tagesgeschäft empfiehlt sich die Kombination des Shopsystems mit einer Warenwirtschaft (WaWi). Während das Shopsystem die Bestellungen entgegen nimmt und die Präsentation nach außen übernimmt, bildet die WaWi die Prozesse im Hintergrund ab.
Typische Aufgabenverteilung:
Durch den automatisierten Datenaustausch zwischen Shop und WaWi lassen sich u. a. folgende Prozesse abbilden:
Ab einer gewissen Lagergröße und einem höheren Bestellvolumen ist eine eigene WaWi fast unverzichtbar, um Prozesse stabil und effizient zu gestalten. Viele Anbieter stellen passende Schnittstellen oder sogar eigene WaWi-Produkte bereit.
Erweiterungen & Integrationen von Shopsystemen
Ein Shopsystem entfaltet sein volles Potenzial im Zusammenspiel mit weiteren Systemen und Erweiterungen. Typische Beispiele:
PIM-Systeme (Produktinformationsmanagement)
Hier werden Produktinformationen zentral gepflegt und in verschiedene Kanäle ausgespielt (Shop, Marktplätze, Kataloge).
CRM-Systeme
Sie bündeln Kontaktdaten, Kommunikationshistorie und Servicefälle und helfen, Kundenbeziehungen systematisch zu entwickeln.
Marketing- und Newsletter-Tools
Für E-Mail-Kampagnen, Automatisierungen (z. B. Warenkorbabbrecher-Mails), Segmentierung und Auswertungen.
Bewertungssysteme und Social-Proof-Lösungen
Kundenbewertungen, Siegel und Testimonials können Vertrauen stärken.
Marktplatzanbindungen
Verknüpfungen zu Amazon, eBay, Otto & Co. erhöhen Reichweite und Umsatzpotenziale, erfordern aber ein sorgfältiges Bestands- und Preismanagement.
Buchhaltung und Controlling
Schnittstellen zur Finanzbuchhaltung erleichtern Monats- und Jahresabschlüsse sowie die betriebswirtschaftliche Auswertung.
Viele Shopsysteme bieten dazu:
Bei der Auswahl des Systems lohnt sich ein Blick auf:
Performance, Sicherheit & Skalierbarkeit
Unabhängig vom Betriebsmodell sind drei technische Aspekte besonders wichtig:
Performance
Ladezeiten wirken sich direkt auf Nutzerzufriedenheit, Conversion und SEO aus. Wichtige Faktoren sind:
Sicherheit
Schutz von Kundendaten und Transaktionen ist zentral. Relevante Themen:
Skalierbarkeit
Das System sollte bei wachsendem Traffic, Sortiment, Ländern oder zusätzlichen Kanälen mitwachsen können. Fragen hierzu:
Diese Aspekte sollten bereits bei der Auswahl eines Shopsystems berücksichtigt und nicht erst im laufenden Betrieb adressiert werden.
Aufbau & Gestaltung eines Onlineshops
Neben der technischen Basis entscheidet auch die inhaltliche und gestalterische Umsetzung über den Erfolg eines Onlineshops. Ziel ist es, das Sortiment so aufzubereiten, dass Kundinnen und Kunden schnell passende Produkte finden, Vertrauen aufbauen und den Kaufabschluss sicher durchführen.
Roter Faden: Kategorien & Navigation planen
Die Kategoriestruktur bildet das „Regal“ des Onlineshops. Sie sollte:
Typische Schritte bei der Planung:
1. Sortiment analysieren
Welche Produktgruppen gibt es? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen? Lassen sich natürliche Ober- und Unterkategorien identifizieren?
2. Branchenstandards berücksichtigen
Kunden sind an bestimmte Strukturen gewöhnt. Ein völliger Bruch mit gängigen Mustern kann verwirren. Beispiele:
- Möbelhandel: Räume und Funktionsbereiche (Schlafzimmer, Wohnzimmer, Büro).
- Modehandel: Zielgruppen (Damen, Herren, Kinder) und danach Produktarten.
- Technik: Produktfamilien (Smartphones, Laptops, Zubehör) plus Herstellerfilter.
3. Tiefe der Kategorien steuern
Zu tiefe Strukturen mit vielen Unterebenen können unübersichtlich wirken, zu flache Strukturen können Filter überfrachten. Ein ausgewogenes Maß ist gefragt.
4. Navigation & Filter verzahnen
Zu tiefe Strukturen mit vielen Unterebenen können unübersichtlich wirken, zu flache Strukturen können Filter überfrachten. Ein ausgewogenes Maß ist gefragt.
Ergänzend dazu unterstützen:
Eine gute Struktur senkt die Absprungrate und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden passende Produkte entdecken – auch solche, nach denen sie ursprünglich nicht gezielt gesucht haben.
UX- & UI-Design: Benutzerfreundlichkeit im Onlineshop
Ist die Struktur definiert, rückt die Benutzerfreundlichkeit in den Fokus. UI (User Interface) und UX (User Experience) ergänzen sich dabei.
UI-Design beschäftigt sich mit der visuellen Gestaltung:
UX-Design betrachtet das gesamte Nutzungserlebnis:
Wichtige Themen im UX-Design von Onlineshops:
Startseite
Klarer Einstieg, Hervorhebung wichtiger Kategorien, Aktionen und Nutzenargumente.
Kategorieseiten
Übersichtlich strukturierte Produktlisten, sinnvolle Filter, klare Sortierfunktionen.
Produktdetailseiten
Hochwertige Produktbilder, prägnante Titel, verständliche Beschreibungen, technische Daten, Kundenbewertungen, Verfügbarkeits- und Lieferinformationen.
Mobile Nutzung
Viele Nutzer kaufen heute über Smartphone oder Tablet ein. Eine mobil optimierte Darstellung ist daher Pflicht.
Warenkorb & Checkout
Transparente Darstellung von Preisen, Versandkosten und Lieferzeiten, keine unnötigen Ablenkungen, so wenige Schritte wie nötig.
Vertrauen spielt im Onlinehandel eine zentrale Rolle. Daher sollten vertrauensbildende Elemente bewusst eingesetzt werden, zum Beispiel:
Vor dem Livegang sollten typische Nutzungsszenarien getestet werden – idealerweise auch mit Personen, die nicht am Projekt beteiligt sind. So lassen sich Stolpersteine früh erkennen.
Wie funktioniert SEO für Onlineshops?
Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist im E-Commerce ein wichtiger Hebel, um langfristig Sichtbarkeit und qualifizierten Traffic aufzubauen – ohne für jeden Klick Werbebudget aufwenden zu müssen.
Wichtige Bausteine für Onlineshops:
Keyword-Recherche und Themenplanung
Identifikation relevanter Suchbegriffe für Kategorien, Produkte und Ratgeberinhalte. Dazu gehören sowohl generische Begriffe (z. B. „Bürostuhl ergonomisch“) als auch spezifische Produktbezeichnungen.
Onpage-Optimierung
Titel, Überschriften, Texte und interne Verlinkung werden so gestaltet, dass sie sowohl für Nutzer als auch für Suchmaschinen verständlich sind. Sinnvolle Strukturierung und semantische Klarheit sind hier zentral.
Unterscheidung nach Seitentypen
- Kategorieseiten: eher generische Suchbegriffe und Beratungsanteile.
- Produktseiten: konkrete Produktnamen, Modellbezeichnungen, Details.
- Ratgeber- und Blogseiten: Fragen der Nutzer aufgreifen, Kaufentscheidungen unterstützen und interne Verlinkung zu relevanten Kategorien/Produkten stärken.
Technisches SEO
Ladezeiten, mobile Optimierung, saubere URL-Strukturen, korrekte Weiterleitungen, Nutzung von strukturierten Daten (z. B. für Bewertungen) und eine gut gepflegte Sitemap.
Backlinks und Autorität
Verweise von anderen Websites können die Autorität des Shops stärken. Dies sollte jedoch organisch und nutzerorientiert erfolgen, nicht über künstliche Linknetzwerke.
Bilder und Medien
Optisch ansprechende Bilder sind wichtig für die Conversion, gleichzeitig müssen sie effizient komprimiert werden, um Ladezeiten nicht zu beeinträchtigen. Dateinamen und Alt-Texte sollten beschreibend statt generisch sein.
Suchmaschinenoptimierung ist ein langfristiger Prozess. Maßnahmen benötigen Zeit, bis sie sich im Ranking widerspiegeln. Regelmäßige Auswertungen und Anpassungen helfen, die Strategie zu verfeinern.
Welches Shopsystem ist das Richtige für mich?
Die Wahl des passenden Shopsystems hängt stark von den individuellen Zielen, Ressourcen und Rahmenbedingungen eines Unternehmens ab. Ein „bestes“ System für alle gibt es nicht – wohl aber Systeme, die besser oder schlechter zum jeweiligen Szenario passen.
Auswahlkriterien: Budget, Ziele, Team & TechnikWichtige Kriterien bei der Systemwahl sind:
Geschäftsmodell und Ausrichtung
B2C, B2B oder Mischmodell, Nischenfokus oder breiter Massenmarkt, einmalige Käufe oder wiederkehrende Bestellungen (z. B. Abo-Modelle).
Unternehmensgröße und Wachstumsperspektive
Start mit kleinem Sortiment und begrenztem Umsatzvolumen oder ambitionierte Wachstumspläne mit hohem Bestellvolumen, vielen Ländern und Kanälen?
Budgetrahmen
Mittel für:
- einmalige Implementierung (Einrichtung, Design, Integrationen),
- laufende Kosten (Lizenzen, Hosting, Support),
- Weiterentwicklung (neue Funktionen, Optimierungen, Relaunches).
Personelle Ressourcen & Know-how
Gibt es ein internes E-Commerce-Team, eine eigene IT-Abteilung oder soll mit externen Dienstleistern gearbeitet werden? Wie stark möchte man selbst technische Verantwortung tragen?
Systemlandschaft & Integration
Welche Systeme sind bereits im Einsatz (WaWi, PIM, CRM, Buchhaltung, POS)? Muss das Shopsystem sich in eine gewachsene IT-Landschaft einfügen oder wird eine neue Architektur aufgebaut?
Regulatorische und sicherheitsrelevante Anforderungen
Gibt es Branchenstandards, Zertifizierungen oder besondere Datenschutzanforderungen, die berücksichtigt werden müssen?
Für die Auswahl empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen:
Typische Fehler, die bei der Systemwahl vermieden werden sollten:
Entscheidung nur nach dem Anschaffungspreis
Ein günstiges System kann langfristig teurer werden, wenn wichtige Funktionen fehlen und ständig nachgerüstet werden muss oder wenn es bei Wachstum an Grenzen stößt.
Fehlendes oder zu grobes Pflichtenheft
Ohne klar formulierte Anforderungen ist es schwierig, Systeme objektiv zu vergleichen. Später stellt sich oft heraus, dass essenzielle Funktionen fehlen.
Fokus nur auf kurzfristige Bedürfnisse
Ein System, das für die ersten 12 Monate gut erscheint, kann bei Internationalisierung, Sortimentsausbau oder Marktplatzanbindung schnell an Grenzen kommen.
Unterschätzung der Integration
Wenn die Anbindung an Warenwirtschaft, CRM, Buchhaltung oder Kassen erst spät bedenkt wird, kann dies zu erheblichen Zusatzaufwänden führen.
Abhängigkeit von einem einzelnen Dienstleister
Liegen Know-how und Zugänge ausschließlich bei einem Dienstleister, wird ein Systemwechsel oder die Zusammenarbeit mit anderen Partnern deutlich erschwert.
Zu viele Sonderlösungen
Ein sehr hoher Anteil individueller Programmierung kann Updates erschweren, Fehleranfälligkeit erhöhen und langfristig zum Hemmschuh werden. Wo immer möglich, sollten Standardfunktionen und -erweiterungen genutzt werden.
Ein strukturierter Vergleich mit klaren Bewertungskriterien und die Einbeziehung verschiedener Perspektiven (Management, Fachbereiche, IT) hilft, solche Fehler zu vermeiden.
Viele Unternehmen starten nicht bei null, sondern kommen von einem bestehenden Shopsystem. Ein Systemwechsel bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich, bietet aber auch Chancen, über Jahre gewachsene Strukturen zu hinterfragen und zu verbessern.
Wichtige Aspekte:
Datenmigration
Produkte, Kategorien, Kundenkonten, Bestellungen und Inhalte müssen in das neue System überführt werden. Dabei stellen sich Fragen wie:
SEO-Aspekte
Damit bestehende Sichtbarkeit nicht verloren geht, sollten:
Parallelbetrieb und Go-Live-Strategie
In vielen Fällen ist ein Parallelbetrieb sinnvoll, bei dem:
Schulung und Prozesse
Ein neues System bringt neue Oberflächen und Arbeitsabläufe mit sich. Mitarbeitende in Kundenservice, Einkauf, Logistik und Marketing sollten rechtzeitig eingebunden und geschult werden.
Ein gut geplanter Wechsel ermöglicht nicht nur eine moderne technische Basis, sondern auch Optimierungen in Struktur, Usability, Content und Prozessen – und kann so zu einem echten Neustart im E-Commerce führen.
Fazit: Ein guter Start – und der Beginn kontinuierlicher Optimierung
Wer bei der Auswahl des Shopsystems, der technischen Architektur und der Gestaltung des Onlineshops fundierte Entscheidungen trifft, legt ein stabiles Fundament für den E-Commerce-Erfolg. Ein durchdachtes Pflichtenheft, eine klare Vorstellung von Zielgruppen und Prozessen sowie eine nüchterne Bewertung von Kosten und Nutzen helfen, Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Mit dem Launch ist die Arbeit jedoch nicht abgeschlossen, sondern beginnt erst richtig. Zu den laufenden Aufgaben gehören:
Auch die strategische Einbindung des Onlineshops in ein Multichannel- oder Omnichannel-Konzept ist ein wichtiger Hebel für nachhaltiges Wachstum. Kunden erwarten zunehmend, dass sie kanalübergreifend konsistent angesprochen werden – online wie offline.
Ein Shopsystem ist daher kein einmaliges Projekt, sondern ein langfristiger Baustein der Unternehmensstrategie. Wer bereit ist, kontinuierlich zu lernen, zu messen und zu verbessern, schafft die Grundlage für erfolgreichen E-Commerce.